• Manfred Kruse

Genetische Distanz im Hinblick auf die Kirchenbuecher


Etwa seit dem 12. Jahrhundert existieren in Deutschland Familiennamen, die an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Davor besaßen die Leute nur Vornamen. Lediglich die Oberschicht ergänzte ihren Rufnamen oft durch einen Beinamen, der nicht vererbt wurde und nicht für die Familie galt. Am Anfang wurden die Familiennamen in den Städten gebräuchlich, später dann auf dem Lande. Zuerst benutzten die Adligen Familiennamen, gefolgt von den Patriziern und dem Kleinbürgertum. Zuletzt die Landbevölkerung. Die Familiennamen wurden notwendig wegen des Bevölkerungswachstums und der oft auftretenden Namensgleichheit. Die ersten deutschen Familiennamen traten im 10. Jahrhundert beim Adel auf. Ab dem 15. Jahrhundert wurden öfters Familiennamen verwendet. Im 17. Jahrhundert traten Gesetze in Kraft zur Regelung der Familiennamen. 1794 wurde in Preußen eine gesetzliche Grundlage für das Recht und die Pflicht zum Tragen eines Familiennamen geschaffen. Mit der Einführung der Standesämter 1874 wurden die Familiennamen behördlich verwaltet.

Kirchenbücher gibt es im deutschen Sprachraum etwa ab 1530. Die Pfarrer führten diese Aufzeichnungen oft auch im landesherrlichen Auftrag. Sie sind die wichtigsten familiengeschichtlichen Quellen, da sie eindeutige Verbindungen zwischen Kindern und Eltern dokumentieren. Die Kirchenbuchforscher Hermann Lühken (1930) und Johann Lüschen (ca. 60 Jahre später) haben die Edewechter Kirchenbücher verkartet und beide festgestellt, dass die Edewechter Familie Kruse vom ersten lutherischen Pastor Hermann Kruse (1483-1573) nach der Reformation 1517 in Edewecht abstammt. Pfarrer (Pastoren) galten damals als Gelehrte und haben oft ihre Namen lateinisiert. Er nannte sich daher Hermannus Crusius. Kein Genealogie-Experte weiß, woher dieser Hermann Kruse bzw. seine Eltern kamen (abstammten).

Gemäß dem Cruwys Familienname DNA-Projekt hat der Familienname Kruse (Krause) seinen Ursprung in Irland und England.

Ich möchte an dieser Stelle nun zu der DNA-Genealogie überleiten und meine DNA-Test Ergebnisse spezifisch erläutern:

Y-DNA12 , mit 90% Wahrscheinlichkeit ein gemeinsamer Vorfahre zwischen DNA-Match und mir bei Genetic Distance=0 vor 23 Generationen. Rechne ich eine Generation mit 25 Jahren, so ergibt sich 23x25=575. Also ein gemeinsamer Vorfahre vor etwa 600 Jahren. Dann kommen wir ins Mittelalter, im Jahr 1400. Zu der Zeit gabe es noch keine Kirchenbücher. Meine DNA-Matches haben folgende Familiennamen: Morley, Hendrie, Cleland, Hegemann, Mason, Ware, Charles, Burns, Elliott, Howard, Maginnis, Davis, Redcloud, Meakins, Jensen, Crowder, Mobley, Baumgartel, Hurley, Tapping, Prouse, Dean Janes, Parker, Raines, Brandt.

Y-DNA25 , mit 90% Wahrscheinlichkeit vor 25 Generationen (geschätzt) bei Genetic Distance=1

Meine DNA-Matches dazu haben folgende Familiennamen: Mason, Sanders, Fresenborg, Baker, Mehlmann, Munro, Romo, Skelton, Carter, Jaime, Flemming, Rose, Dennison, Childers.

Es fällt auf, dass fast alle Familiennamen in englischer Sprache sind.

Gemäß der Matches Map sind auf der Weltkarte 159 Treffer eingetragen bei Y-DNA12 Matches (Genetic Distance=0) und zwar hauptsächlich England, Irland, Deutschland, Benelux und USA. Dabei scheidet die USA aus, weil es sich hierbei um Nachkommen der Auswanderer aus Europa handelt. Bei den Y-DNA25 Matches (Genetic Distance=1) gibt es 35 Treffer und zwar fast nur in Irland und Südengland und wiederum USA.

Alle Indizien sprechen somit dafür, dass meine Vaterlinie (Y-Chromosom) über den Pastor Hermann Kruse weiter nach Irland und Südengland verläuft. Ich kann diese sehr wahrscheinliche Behauptung nur indirekt beweisen, weil es keine sterblichen Überreste gibt aus jener Zeit, deren DNA ich habe. Ich müsste etliche Dutzend von DNA-Matches kontaktieren, um deren Familienstammbäume abzugleichen. Es müsste sich dann ein Konsens finden lassen. Allerdings läge der Fokus dann nur auf einem geografischen Ort, weil damals, wie ich erläutert habe, es noch keine Familiennamen gab.

Die beiden unteren Tabellen zeigen den Zusammenhang zwischen der Genetischen Distanz und der Anzahl der Generationen, wo ein gemeinsamer Vorfahre zwischen meinem DNA-Match und meiner DNA existiert haben muss. Als Parameter liegt dabei die Anzahl der Marker zugrunde (12 bzw. 37). Die Werte für 25 Marker habe ich geschätzt (gemittelt). Da beim Kopiervorgang der DNA gelegentlich Mutationen auftreten, können dadurch gemeinsame Vorfahren ermittelt werden.

Die Wahrscheinlickeit, dass Ihre gemeinsamen Vorfahren lebten nicht mehr als diese Anzahl von Generationen davor (Quelle: Family Tree DNA):

Genetic Distance 50% 90% 95% Tabelle für Y-DNA12

0 7 23 29

1 17 39 47

Genetic Distance 50% 90% 95% Tabelle für Y-DNA37

0 2 5 7

1 4 8 10

2 6 12 14

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