• Manfred Kruse

Warum ich Familienforscher bin


In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der nichts mehr längeren Bestand besitzt und es keine allgemein gültigen Orientierungshilfen gibt, ist es wohltuend, seine genauen Wurzeln bzw. Herkunft zu kennen und sich mit dem Leben seiner Vorfahren zu beschäftigen. Dabei kann der einzelne sehr viel lernen über den harten Daseinskampf seiner Ahnen und wie diese dazu beigetragen haben, was wir heute sind und was uns als Persönlichkeit ausmacht.

Sicherlich haben wir selbst es auch ein gutes Stück in der Hand, unseren Charakter zu formen bzw. Verhaltensweisen und Bildungsprofil zu verbessern bzw. zu vervollkommnen. Aber zu einem großen Teil sind wir als Person das Ergebnis der Erziehung durch unser Elternhaus und unserer Gene, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben. Und natürlich auch geprägt von unserem häuslichen, elterlichen und familiären, sozialen Umfeld, in welches wir hinein geboren wurden.

Die Lebensbedingungen unserer Großeltern und Eltern haben also dazu beigetragen, ob wir es leicht oder schwer hatten, unseren Lebensweg erfolgreich und unbeschwert zu gehen. Wenn man sich mit der Ahnenforschung intensiv beschäftigt, erfährt man sehr viel über den Alltag bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein, wo der Beruf der Hausfrau und Mutter noch ein Fulltime-Job war. Das deutsche Wirtschaftswunder und der Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs ist den Älteren von uns noch gut in Erinnerung.

Viele von unseren Vätern und Großvätern waren Soldaten im Ersten Weltkrieg oder im Zweiten Weltkrieg und Millionen von Soldaten und Zivilisten sind dabei ums Leben gekommen. Außerdem hat sich in der Vergangenheit immer wieder die politische Landkarte verändert. Erst wenn man vor diesem historischen Hintergrund Familienforschung betreibt, also die biografischen Daten einzelner direkter Vorfahren mit den politischen, gesellschaftlichen Strukturen und der Zeitepoche verknüpft, gewinnt man neue Einblicke bzw. Erkenntnisse darüber, was uns heute als Person ausmacht.

Das einzige was heute also noch Bestand hat, sind unsere Ahnen, die uns jeweils unverwechselbar zu einem Unikat machen und unsere Individualität prägen.


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