• Manfred Kruse

Familienforschung ist Reise in die Kindheit


Je weiter ich mittels Smart Matches, Discovery Hubs und Record Matches auf meiner MyHeritage Familienseite in die Vergangenheit vordringe, desto deutlicher werden die familiären Verbindungen zwischen den einzelnen alt eingesessenen Familien in Edewecht. Unter den Record Matches befinden sich auch die Datenbanken von FamilySearch (Mormonen). Die Mormonen haben viele Edewechter Kirchenbücher digitalisiert, so dass man mit Suchmaschinen Zugriff hat. Außerdem habe ich das Glück, dass viele andere Familienforscher in Edewecht im historischen Großherzogtum Oldenburg forschen und ich daher Zehntausende Smart Matches mit fremden Stammbäumen teile, deren Webmaster teilweise noch im Ammerland oder in Bremen wohnen, also geografisch näher dran sind als ich. Wohlgemerkt, es handelt sich um ein paar Tausend Ahnen, die alle in Edewecht bei Oldenburg in Niedersachsen gelebt haben. Unsere Familie Kruse hat in sehr viele Edewechter Familien eingeheiratet aber ist nicht die älteste Familie in Edewecht. Die Familie Kruse in Edewecht geht zurück bis auf den ersten lutherischen Pastor in Edewecht, geb. 1484, Hermann Kruse. Seine Vorfahren kamen von außerhalb, aber niemand weiß genau, von woher. Der Klerus hatte dabei den gleichen Stand wie der Adel. Als Gelehrter nannte sich Hermann Kruse "Hermannus Crusius".

Es gibt den Familiennamen Kruse auch in anderen Landesregionen von Deutschland. Dieser Familienname kommt häufiger vor, siehe Telefonbuch der Telecom. Aber mein Stammvater ist Hermann Kruse in Edewecht. Ich finde jetzt bei meiner Forschung sehr viele Familiennamen aus meiner Kindheit, wie z. B. Meinen, Oltmanns, Oltmer, Bölts, Oeltjenbruns, Röben, die mein Vater öfters erwähnt hat, wenn er von früher erzählte. Es waren alles Namen aus seinem sozialen Umfeld (Nachbarn, Freunde, Bekannte) in Edewecht. Mit all diesen Familien sind unsere Krusen verwandt. Mein Vater ist in der Bauerhörne der Bauernschaft Osterscheps in der Gemeinde Edewecht im Ammerland aufgewachsen und hat viel von seiner Kindheit erzählt, wobei ich immer aufmerksam zugehört habe, weshalb ich so viel von anno dazumal weiß. Dort wurde ich auch geboren. Etwa 90% meiner väterlichen Ahnen lebten in Edewecht und 10% in der Nachbargemeinde Zwischenahn. Von Beruf waren meine Ahnen Heuermänner (Landarbeiter), Köter (Bauern) und Hausleute (Großbauern).

Ausgangspunkt für meine Familienforschung war der alte mit mechanischer Schreibmaschine 1930 geschriebene Stammbaum von meinem Onkel Arnold Kruse. Jahre nach seinem Tod habe ich mich daran erinnert und mir von meiner Cousine Christa eine Kopie von dem alten Schriftstück schicken lassen. Ich kann mich daran noch erinnern, in meiner Jugend hat mein Onkel meinem Vater erzählt, er hätte einen alten Stammbaum der Krusen, bei dem ein lutherischer Pastor der Stammvater sei, von dem wir alle abstammen. Doch mein Vater hatte kein Interesse daran, was mich im nach hinein sehr wundert. Arnolds Tochter Christa ist auch nicht interessiert an diesem Schriftstück. Ich habe mich dann etwa 40 Jahre später gemeldet bei Christa. Ohne diese historischen Aufzeichnungen hätte ich niemals mit meiner Familienforschung beginnen können. Außerdem hat mir meine Cousine Karla, Tochter von Hertha (Schwester meines Vaters) viel geholfen, weil sie den Zweiten Weltkrieg als Kind noch miterlebt hat und sich sehr gut an unsere gemeinsamen Großeltern erinnern kann. Genauso wichtig ist meine Mitgliedschaft beim genealogischen Verein "Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde", in deren Mailingliste ich viele wertvolle Hinweise erhalten habe. Nicht zu vergessen ist das "Niedersächsische Landesarchiv in Oldenburg", bei dem ich als Familienforscher öfters direkt Auskunft erhalten habe.

Unsere Krusen sind aber auch mit dem Ammerländer Landadel verwandt, nämlich die Familien Jüchter, von Jeddeloh, von Aschwege sowie mit dem Oldenburger Grafengeschlecht. Es lassen sich direkte Vorfahren nachweisen bis in den deutschen Hochadel (alte Herrschergeschlechter) im Mittelalter (12. Jdh.), teilweise bis in den europäischen Hochadel hinein.

Zu erwähnen sind noch meine Ahnen, die Ende des 19. Jhd. bis Anfang des 20. Jhd. in die USA ausgewandert sind, davon viele nach Nebraska. Die meisten sind aus bitterer Not ausgewandert, nach Missernten oder Hungerwintern. In der Neuen Welt haben sie dann als Farmer gesiedelt. In der damaligen Zeit sind viele meiner Ahnen als Wanderarbeiter (Hollandgänger) zu Fuß nach Holland gelaufen, um dort als Saisonarbeiter (Schnitter, d. h. Erntehelfer) bei den niederländischen Bauern zu arbeiten.

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