• Manfred Kruse

Genealogische DNA-Tests in USA


Ich glaube (vermute), wir Deutschen verschlafen hier den Anschluss an die Humangenetik, wie einst beim Internet, wo heute Google & Co die Entwicklung bestimmen und wir nur staunend zusehen können. Ich habe übrigens noch ein zusätzliches Upgrade machen lassen auf jetzt Y-DNA111. Alle drei DNA-Tests von mir haben jetzt die höchste Stufe an Genauigkeit und Aussagekraft, da ich immer alles ganz genau wissen will. Mich beunruhigt es jedenfalls nicht, in der größten US-amerikanischen genealogischen DNA-Datenbank der Welt von Family Tree DNA abgespeichert zu sein. Da meine Daten lebenslang (25 Jahre) kostenlos gespeichert bleiben, habe ich stets das neuste Feedback aus der aktuellen Genetik-Forschung, weil meine Resultate laufend aktualisiert werden und ich via Email Bescheid erhalte. Untere Bücher habe ich im Antiquariat gefunden. Schwierig, es gibt fast nur englischsprachige Fach-Literatur zu diesem Thema. Ich habe nach so einem allgemein verständlichen Background für meine DNA-Forschung gezielt gesucht, weil Family Tree DNA in den USA meine DNA-Test-Resultate rein wissenschaftlich in englischer Sprache in der Datenbank darstellt und ich erst lernen muss, meine Ergebnisse zu interpretieren und zu verstehen.

Autor: Steve Olson

Titel: Herkunft und Geschichte des Menschen

432 Seiten

Berlin Verlag 2004 vergriffen

Preis: EUR 4.90, kostenloser Versand, im Antiquariat

Werbetext zu diesem Buch:

Das ist schon ein umwerfender Thriller: Erst komplizierteste Mikroskope setzen das kleine Wunder ins Bild und dieses Bild soll auch noch Informationen über die gesamte Menschheitsgeschichte präsentieren: Immerhin läppische 150.000 Jahre oder 7.500 Generationen. All das auf unseren Erbanlagen in kleinster Zelle?

Dieses 420-seitige Buch gehört in die Rubrik Sachbücher, liest sich jedoch wie ein Bestseller-Krimi, es geht um höchst komplexe Sachverhalte und doch versteht man sie. Ein Buch, in das man sich nach wenigen Seiten ohne Scheu vor hoher Materie hineinbegibt, ein Buch bei dem man aus dem Staunen allerdings nicht so schnell herauskommt. Wie war das, wir stammen doch nicht vom Neandertaler ab?

"Die sechs Milliarden Menschen, die heute auf der Erde leben, stammen ausnahmslos von der kleinen Gruppe anatomisch moderner Menschen ab, die einst in Ostafrika lebten." Revolutionäre Erkenntnisse, die aus dem wissenschaftlichen Zusammenspiel mehrerer Disziplinen entstanden, allen voran der Gentechnik. Forschungsgegenstände, sie werden immer kleiner und winziger, Forschungsergebnisse immer weit reichender und weltumfassender. "Diese Daten bergen das Potential, Rassismus abzuschaffen. Rasse ist ausschließlich durch die Umstände bestimmt, hat keine biologische Grundlage." Eine klare Aufforderung zum Umdenken. Das liest sich sehr gut.

Das auch ganz sicher deshalb, weil da ein Autor mit fundierten Kenntnissen schreibt, der zu den renommiertesten Wissenschaftsautoren der USA zählt, der Fremdwörter ausgesprochen behutsam und nachvollziehbar erklären, Zusammenhänge sehr plastisch und geduldig erläutern kann. Den so aufbereiteten und immer wieder in Bilder verwandelten Stoff kann man bestens verdauen und erfassen. Den Leser erwarten also Überraschungen aus der eigenen Evolutionsgeschichte, die einem Fantasy-Thriller in nichts nachstehen.

Autor: Bryan Sykes

Titel: Die sieben Töchter Evas

335 Seiten

Verlag: Gustav Lübbe Verlag 2001 vergriffen

Preis: 44 Euro incl. Versand, im Antiquariat

Werbetext zu diesem Buch:

Die menschliche DNA-Struktur ist entschlüsselt. Danach läßt sich die genetische Anlage eines jeden Menschen nicht nur für die Jetztzeit bestimmen, sondern sie kann auch über Zehntausende von Jahren wissenschaftlich zuverlässig zurückverfowerden. Die Erbinformationen werden von Generation zu Generation unverfälscht durch die Mütter weitergegeben. Bei der Analyse der DNA-Struktur von 6000 in Europa geborenen Menschen stieß Bryan Sykes, Professor am renommierten Institut für Molekularmedizin der Universität Oxford, auf die erstaunliche Tatsache, dass bestimmte Grundmuster der DNA - die mitochondriale DNA - als kleinste Bausteine immer und immer wieder auftauchen. Um genau zu sein: Es sind im Ganzen sieben. Mit anderen Worten, neunundneunzig Prozent aller Europäer lassen sich genetisch auf sieben Frauen (und ihre jeweiligen Stämme) zurückführen. Darüber hinaus lässt sich sagen, zu welchem Zeitpunkt unsere Vorfahren erstmals auftraten, wo und wie sie lebten, welche Wanderungsbewegungen sie unternahmen. Somit kann jeder von uns herausfinden, von welchem der sieben Stämme er abstammt. Zur leichteren Identifizierung tragen die sieben Töchter Evas Namen: Ursula, Xenia, Helena, Velda, Tara, Katrin, Jasmin. Dazu Professor Sykes: "Was heißt es für uns, dass wir in direkter Linie von eine der sieben Töchter Evas abstammen? Und warum fühlen wir uns zu einer Person mehr hingezogen als zu einer anderen? Warum ist uns zum Beispiel eine unbekannte Person sympathisch (oder nicht), ohne dass wir zuvor ein Wort mit ihr gewechselt hätte? Vielleicht hängt das mit unseren Genen zusammen und damit, dass wir instinktiv genetische Verwandtschaft, das gleiche genetische Herkommen spüren? Wenn dem so ist, was bedeutet das für uns?"

Warum ich über 880 Y-DNA12 Matches entlang der Vaterlinie erzielt habe mit einem Wirrwarr anderer Familiennamen außer Kruse, liegt daran, dass diese Matches ihren Ursprung haben vor dem 13. Jhd., als Familiennamen, also auch Kruse, noch nicht gebräuchlich waren bzw. nicht weitervererbt wurden. Mit dem ausstehenden Y-DNA111 Test will ich klären, woher mein Stammvater Hermann Kruse geb. 1483 (Hermannus Crusius) abstammte. Übrigens, die Gelehrten, wozu auch die Pfarrer zählten, haben damals gerne ihre Namen lateinisiert und hatten eine gesellschaftliche hohe Stellung. Deswegen war es durchaus normal, dass sein Sohn Eilert Kruse, auch Pfarrer, eine Adlige geheiratet hatte. Weil ich natürlich nicht die sterblichen Überreste meiner Ahnen analysieren kann auf ihre DNA hin, kann ich nur indirekt forschen. Genau in den Details verstehe ich das alles, ehrlich gesagt, noch nicht. Wie bei der Computergenealogie muss man bei der DNA-Genealogie seinen persönlichen Zeitaufwand in Jahren (lebenslang) rechnen. Die Schwierigkeit ist, die DNA-Ergebnisse zeitlich einzuordnen, also welches Jhd. Es kann z. B. das Mittelalter (bis vor 600 Jahren), die Steinzeit, die letzte Eiszeit (vor ca. 12.000 Jahren) sein. Oder gar noch weiter zurück. Denn je mehr die genetischen Muster, sprich identische Mutationen, voneinander abweichen, desto weiter liegt der letzte gemeinsame Vorfahre zeitlich zurück. Sind von den DNA-Markern alle identisch, dann ist es z. B. der Vater. Sind von den DNA-Markern nur einige ähnlich, dann ist es z. B. der Ur-15-Großvater, der vor 500 Jahren lebte. Man spricht hier von der genetischen Distanz. Bei der DNA-Genealogie geht es praktisch nur um Mutationen, ausgehend davon, dass die DNA von geografisch getrennt lebenden Populationen nicht vermischt (durch Sex) werden und daher getrennte Mutationen hervorbringen können. Na klar, diie persönliche DNA hat ja keine Namenschilder, wo drauf steht, ich bin dein direkter Vorfahre und lebte im 12. Jhd. Und genau das ist der Knackpunkt, man muss die Sprache der Wissenschaftler verstehen, um aus den mathematischen Zahlen- und Buchstaben-Codes seiner DNA-Marker-Sequenzen "lesen" zu können, wobei die Primär-Literatur nur in englischer Sprache vorliegt. Google-Translator hilft hier nur bedingt, weil es die hoch wissenschaftlichen Inhalte teilweise Sinn entstellt wiedergibt. Da kommen z. T. ganz lustige Textformulierungen heraus.

Obwohl nur 0,1 % der DNA zwischen zwei verschiedenen Menschen individuell unterschiedlich sind, auch zwischen einem Schwarz-Afrikaner und einem Chinesen oder zwischen einer bildhübschen Frau und einem häßlichen Gnom, bestehen diese 0,1 % DNA noch aus aberwitzigen zig Millionen Basenpaare, in denen die Haarfarbe, die Augenfarbe, die Körpergestalt, etc. verankert sind. Von diesen 0,1 % DNA ist wiederum nur ein winziger Bruchteil für die DNA-Genealogen interessant. Und zwar die Wiederholungsabschnitte (Allele) der DNA-Marker-Sequenz STR (short tandem repeats). So bedeutet DYS492 = 13: " das DNA Y-Chromosomen Segment 492 hat 13 Allele". Haben z. B. zwei Menschen dieses DNA-Muster, so haben sie vor längerer Zeit einen gemeinsamen Vorfahren gehabt, vor Hunderten oder vor Tausenden von Jahren. Maßgebend dafür ist die sogenannte genetische Distanz. Wahnwitzig ist, dass jede unserer Körperzellen die komplette DNA in 23 Chromsomenpaaren in ihrem Zellkern aufweist und dass bei jeder Zellteilung diese 23 Chromosomenpaare kopiert werden, Wahnsinn. Spermien und Eizellen haben übrigens keine 23 Chromosomenpaare sondern 23 einzelne Chromosomen.

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