Mein Vater im Dritten Reich bei Polizei und Luftwaffe (1933-1945). Kruse Edewecht.

Mein Vater im Dritten Reich

In seinem Heimatdorf bei Oldenburg hatte mein Vater Georg Kruse keine Zukunftsperspektive. Sein Vater war Selbstversorger auf einer gepachteten Landstelle mit einem alten Stroh gedeckten Fachwerkhaus. Nach dem Abschuss an der Dorfschule im April 1930 im Alter von 14 Jahren musste mein Vater bald danach sein Elternhaus verlassen und als Knecht beim Bauern arbeiten. Seine beiden Schwestern mussten in Stellung gehen und in einem fremden Haushalt arbeiten für freie Unterkunft und Verpflegung anstelle für Lohn. Sein älterer Bruder durfte als Erstgeborener zu Hause wohnen bleiben und eine kaufmännische Lehre machen bei der Entenfarm im Dorf. Deshalb ist mein Vater mit 19 Jahren 1934 aus seinem Heimatdorf weggegangen nach Bremen zur Polizeischule (ein Foto mit Datum und Ort zeugt davon). 1936 meldete er dann freiwillig weit vor Kriegsbeginn zur Luftwaffe nach Delmenhorst, wo er 1937 mit 22 Jahren den Unteroffiziers-Lehrgang besuchte (ein Foto mit Datum und Ort zeugt davon). Er war u. a. auf dem Fliegerhorst Ahlhorner Heide bei Delmenhorst stationiert. 1938 kam er dann in die Reichshauptstadt Berlin zum Wachbataillon. Es folgten 1939 bis bis 1942 Einsätze auf dem Fliegerhorst Wismar und Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Fotos mit Datum und Ort zeugen davon). Dort war er Rekruten Ausbilder bei den Fallschirmjägern. Mein Vater erzählte mir auch von der Insel Rügen. 1943 kam mein Vater zurück zum Wachbataillon nach Berlin, wo er meine Mutter kennen lernte. Weihnachten 1943 wurde er an die Westfront abkommandiert, wo er 1944 in Belgien in Gefangenschaft geriet. Er war zuletzt Oberfeldwebel (Zugführer). 1947 kam mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurück in sein Heimatdorf.

 

© 2017  Manfred Kruse, Baiersdorf

Ahnenforschung Kruse

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